Montag, 20. Juli 2026 · WirtschaftVerdienste in Deutschland 2025 um 5,1 Prozent gestiegen
Die mittleren Bruttoverdienste in Deutschland sind 2025 laut Bundesagentur für Arbeit um 5,1 Prozent und damit stärker als die Inflation gestiegen. Der Median legte um mehr als 200 Euro zu, der Abstand zwischen den Geschlechtern schrumpfte leicht. Es bleiben deutliche regionale Unterschiede.
Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit stiegen die mittleren Bruttoentgelte 2025 kräftig; die konservative Welt beziffert das Plus auf 5,1 Prozent und mehr als 200 Euro beim Median. Höhere Tarifabschlüsse trieben die Einkommen laut Süddeutscher Zeitung real nach oben, also stärker als die Inflation. Die liberale Zeit und die SZ betonen zugleich fortbestehende Unterschiede: Frauen verdienen weiterhin weniger als Männer, wenngleich die Lücke leicht schrumpfte, und zwischen den Bundesländern klafft ein deutliches Gefälle. Die Lager berichten die Zahlen übereinstimmend, setzen aber verschiedene Akzente: Wirtschaftsnahe Stimmen verweisen auf gestiegene Lohnkosten, während sozialpolitisch orientierte Medien die Reallohngewinne der Beschäftigten hervorheben. Der Befund fällt in eine Debatte, in der die SPD Vermögens- und Erbschaftssteuern zum Thema macht und Kanzler Merz mehr Arbeitsstunden anmahnt. Offen bleibt, ob die Reallohngewinne bei nachlassender Konjunktur Bestand haben.
Die Welt · Die Zeit · Süddeutsche Zeitung
Samstag, 18. Juli 2026 · WirtschaftSPD macht Vermögens- und Erbschaftssteuer zum Schlüsselthema
SPD macht Vermögens- und Erbschaftssteuer zum Schlüsselthema
Nach der Sommerpause will die SPD den Streit mit der Union über höhere Steuern auf Vermögen und Erbschaften verschärfen. Generalsekretär Tim Klüssendorf erklärte die Wiedereinführung einer Vermögensteuer zum „Schlüsselthema“. Er begründet das damit, dass Gewinne bei immer weniger Menschen landeten.
Klüssendorf kündigte an, die SPD werde bei der Union für eine Rückkehr der Vermögensteuer und höhere Erbschaftssteuern kämpfen, und macht dafür eine über Jahrzehnte fehlgeleitete Steuerpolitik verantwortlich. Die liberale Zeit und die konservative Welt berichten übereinstimmend über den Vorstoß, bewerten ihn aber aus unterschiedlicher Warte: Während die SPD ihn als Frage der Verteilungsgerechtigkeit rahmt, wird er im konservativen Lager als Belastung für Standort und Leistungsträger gelesen. Der Streit fällt in eine unionsgeführte Koalition, in der die SPD Juniorpartner ist, was eine Umsetzung erschwert. Die Quellenlage ist an diesem Tag dünn und stützt sich vor allem auf den SPD-Vorstoß selbst. Ob daraus mehr wird als Wahlkampfrhetorik, bleibt abzuwarten.
Die Zeit · Die Welt
Prognose · Einschätzung
●Wahrscheinlich60%
Der Vorstoß bleibt vorerst Wahlkampfrhetorik und stößt am Koalitionspartner Union auf Blockade, ohne rasche Gesetzesänderung.
▲Schlimmstenfalls15%
Der Streit belastet die Koalition so stark, dass er ihre Handlungsfähigkeit oder Stabilität gefährdet.
▼Bestenfalls25%
Ein Kompromiss bringt eine maßvolle Reform der Erbschafts- oder Vermögensbesteuerung zustande.