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Erzählfaden · 4 Ereignisse · Prognose-Treffer 1/3

Reeder und Frachtmarkt

Symbolbild

Seit dem Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar 2026 ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weitgehend blockiert, gleichzeitig nahmen die Huthi im Roten Meer ihre Angriffe auf Handelsschiffe wieder auf. Reedereien wie CMA CGM und Hapag-Lloyd erhoben daraufhin Kriegsrisiko- und Krisenzuschläge von bis zu 3.000 US-Dollar je Container für Fracht von und nach dem Persischen Golf sowie dem Roten Meer. Laut Unternehmensangaben zahlt Maersk rund 500 Millionen US-Dollar zusätzliche Treibstoffkosten pro Monat und Hapag-Lloyd 50 bis 60 Millionen Euro pro Woche, weil viele Schiffe stattdessen die deutlich längere Route um das Kap der Guten Hoffnung nehmen, die 3.500 bis 4.000 Seemeilen und 10 bis 14 Tage zusätzlich kostet. Die Frachtraten auf der Strecke Shanghai-Jebel Ali haben sich seit Kriegsbeginn von unter 2.000 auf über 8.000 US-Dollar pro Container vervierfacht. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Störungen angesichts der ungelösten geopolitischen Lage noch mehrere Monate anhalten dürften.

Lloyd's ListCNBCFreightos

Verlauf im Detail

Freitag, 17. Juli 2026Wirtschaft

Ölpreise steigen, IEA warnt vor Bedrohung der globalen Energiesicherheit

Die Ölpreise legten wegen der zugespitzten US-Iran-Feindseligkeiten und der Drohung einer Sperre am Roten Meer weiter zu. Die Internationale Energieagentur warnte, die Hormus-Krise bedrohe die globale Energiesicherheit. Chevron prüft eine Pipeline zur Umgehung der Meerenge.

IEA-Chef Fatih Birol nannte die Ölsicherheit laut Al Jazeera weiterhin ein kritisches Thema und mahnte, die Welt müsse besorgt sein, wenn sich die Lage nicht bessere. Reuters berichtet, dass der Ölpreis auf die intensivierten Kämpfe und die Gefahr einer Schließung des Roten Meeres reagiert und auf einen Wochengewinn zusteuert, während die Börsen nachgeben. Das Wall Street Journal meldet, dass Chevron eine Pipeline zur Umgehung der Straße von Hormus prüft, ein Zeichen für die Suche nach Alternativrouten. Bloomberg verweist auf Gewinner der Verwerfungen, etwa steigende Kurse indischer Chemiewerte. Die Berliner Zeitung ordnet die Folgen breiter ein: Der Krieg bringe Lieferketten und Preise ins Wanken und treffe vor allem Menschen in ärmeren Ländern. Einig sind sich die Quellen, dass die Preise erhöht und schwankungsanfällig bleiben, solange die Meerenge bedroht ist.

Wall Street JournalAl JazeeraReutersBloomberg

Mittwoch, 15. Juli 2026GeopolitikTrump kassiert die 20-Prozent-Maut für die Straße von Hormus

Trump kassiert die 20-Prozent-Maut für die Straße von Hormus

Nur einen Tag nach der Ankündigung hat Präsident Trump die geplante 20-Prozent-Gebühr auf Frachtschiffe in der Straße von Hormus wieder fallengelassen und will sie durch Handelsdeals mit den Golfstaaten ersetzen. Die Kehrtwende gilt Beobachtern als Zeichen, dass Washington im Iran-Krieg nach einem Ausweg sucht.

Am Montag hatte Trump angekündigt, 20 Prozent auf alle Waren zu erheben, die unter US-Schutz die Meerenge passieren; am Dienstag zog er den Plan zurück. Über den Vorgang berichten alle Lager gleich, die Bewertung fällt unterschiedlich aus: Die BBC deutet den abrupten Rückzieher als Beleg, dass Trump Mühe hat, den seit über vier Monaten dauernden Krieg zu beenden. Der Economist urteilt, der Präsident habe „keine guten Optionen“, die Meerenge wieder zu öffnen, betont aber, dass die Blockade auch das ohnehin klamme Iran teuer zu stehen komme. Die Süddeutsche und die New York Times heben hervor, dass die Gebühr die globalen Energiepreise weiter angeheizt hätte und der Rückzug diese Gefahr entschärft. Das regierungsnahe türkische Daily Sabah meldet die Kehrtwende sachlich als weiteren Beleg für Washingtons Zickzackkurs. Der serbische Sender N1 stellt die grundsätzliche Frage, ob eine solche Maut, von Iran wie den USA erwogen, überhaupt rechtmäßig wäre. Einig sind sich die Quellen, dass die Rücknahme nichts an der militärischen Eskalation ändert: Statt der Maut setzt Washington nun auf bilaterale Absprachen mit den Golfstaaten.

BBC NewsNew York TimesDaily SabahThe EconomistN1

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich55%

    Die Golf-Deals ersetzen die Maut, doch Blockade und Kriegsrisiko halten Frachtraten und Versicherungskosten für die Meerenge hoch.

  • Schlimmstenfalls20%

    Eine faktische Sperrung von Hormus lässt die Frachtkosten explodieren und trifft die globalen Lieferketten hart.

  • Bestenfalls25%

    Absprachen mit den Golfstaaten stabilisieren die Durchfahrt, und die Frachtraten normalisieren sich.

Dienstag, 14. Juli 2026WirtschaftTrump kippt 20-Prozent-Maut für Hormus zugunsten von Golf-Deals

Trump kippt 20-Prozent-Maut für Hormus zugunsten von Golf-Deals

US-Präsident Trump hat seine nur 24 Stunden zuvor angekündigte 20-Prozent-Gebühr auf Frachtschiffe in der Straße von Hormus wieder fallengelassen. Stattdessen setzt er auf bilaterale Absprachen mit den Golfstaaten, während die USA eine Blockade iranischer Häfen vorbereiten.

Einig sind sich die Quellen im Kern: Trump zog die tags zuvor verkündete 20-Prozent-Transitgebühr für die Straße von Hormus zurück und setzt nun auf Deals mit den Golfstaaten. Das Wall Street Journal berichtet nüchtern über das geldpolitische Zurückrudern, während die britische BBC den Schritt in den größeren Kontext eines fortdauernden US-Versuchs stellt, Irans Kontrolle über die Wasserstraße zu brechen, samt vorbereiteter Hafenblockade. Reuters betont die diplomatische Umorientierung hin zu den Golfmonarchien. Die deutsche FAZ rückt die wirtschaftlichen Folgen in den Vordergrund und zeigt, wie Reedereien wie Hapag-Lloyd vom Irankrieg und knappen Frachtkapazitäten mit üppigen Aufschlägen profitieren. Als Fakt gilt das Abrücken von der Maut; strittig bleibt, ob es Schwäche oder taktisches Kalkül ist. Die westlichen Quellen deuten es überwiegend als Reaktion auf Marktdruck und diplomatische Widerstände. Eine iranische oder golfarabische Innensicht liegt in den Rohmeldungen nicht vor.

Wall Street JournalBBC NewsReutersFAZ

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich55%

    Die Golf-Deals ersetzen die Maut, doch die Blockade-Vorbereitung hält die Frachtraten und Ölpreise hoch.

  • Schlimmstenfalls20%

    Die Hafenblockade eskaliert zum offenen Zusammenstoß in der Meerenge und lässt die Energiepreise weltweit hochschnellen.

  • Bestenfalls25%

    Ein Deal mit den Golfstaaten deeskaliert die Lage und die Schifffahrt normalisiert sich rasch.

Donnerstag, 9. Juli 2026GeopolitikNeue US-Iran-Schläge lassen Hormus-Verkehr einbrechen

Neue US-Iran-Schläge lassen Hormus-Verkehr einbrechen

Nach neuen Angriffen geht die Zahl der Schiffe auf der US-gestützten Hormus-Route stark zurück, viele davon Öl- und Gastanker. An den Märkten wachsen die Zweifel an der fragilen Waffenruhe.

Eine erneute Runde von Schlägen zwischen den USA und Iran hat den Verkehr durch die Straße von Hormus deutlich einbrechen lassen. BBC-Daten zeigen einen spürbaren Rückgang der Schiffe, viele davon Öl- und Gastanker, die die US-gestützte Route nutzen. Die Reederei Maersk kündigte an, ihre Verbindung vom Nahen Osten zur US-Ostküste wieder aufzunehmen, allerdings über den Suezkanal, was auf eine Umgehung der Gefahrenzone hindeutet. An den Finanzmärkten kehrt die Nervosität zurück: Anleger hatten sich zuvor auf die fragile Waffenruhe zwischen Washington und Teheran verlassen, doch die neuen Kämpfe legen Risse in dieser Rechnung offen. Die Quellenlage mischt westliche und türkische Berichterstattung, ein umfassendes Bild der militärischen Lage bleibt vorerst dünn.

BBC NewsNew York TimesDaily Sabah

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich55%

    Die Waffenruhe hält brüchig, der Schiffsverkehr bleibt gedämpft und Reedereien weichen weiter auf längere Routen aus, was Fracht- und Energiepreise leicht anhebt.

  • Schlimmstenfalls20%

    Die Schläge eskalieren zu einer breiteren Konfrontation, die Straße von Hormus wird zeitweise unpassierbar und die Ölpreise springen deutlich nach oben.

  • Bestenfalls25%

    Diplomatischer Druck stabilisiert die Waffenruhe rasch, der Verkehr normalisiert sich und die Märkte beruhigen sich wieder.