Achte Nacht im US-Iran-Krieg: Nach Tod zweier US-Soldaten neue VergeltungsschlägeMassiver russischer Raketenangriff auf Kiew, einen Tag nach ukrainischem Schlag in RusslandSelenskyj erwägt nach Protesten die Ablösung von Armeechef SyrskyjZivile Opfer bei israelischen Luftangriffen im GazastreifenUngarns Präsident Sulyok besiegelt unter Magyars Druck sein eigenes AmtsendeSerbien: Pride-Karawane in Pirot abgesagt, Journalisten angegriffenKanadische Waldbrände vernebeln US-Städte, Trump droht mit ZöllenUnionsfraktionschef Spahn tritt über Leihmutterschafts-Debatte zurückAfD startet selbstbewusst in den Wahlkampf in Sachsen-AnhaltGroßbritanniens neuer Premier Burnham stoppt das digitale AusweisprojektEU verbietet großen Firmen die Vernichtung unverkaufter KleidungSüdkoreas KI-lastiger Aktienmarkt gibt den Takt vor, Seoul öffnet den WonUkrainischer Drohnenangriff auf Wildberries-Lager tötet acht in RusslandChinas Weltkonferenz für KI zeigt in Shanghai humanoide RoboterEnthüllung: CIA-Agent und der KI-Aufstieg der EmirateHalbleiteraktien schwanken: Apple überholt Nvidia bei KI-SkepsisAchte Nacht im US-Iran-Krieg: Nach Tod zweier US-Soldaten neue VergeltungsschlägeMassiver russischer Raketenangriff auf Kiew, einen Tag nach ukrainischem Schlag in RusslandSelenskyj erwägt nach Protesten die Ablösung von Armeechef SyrskyjZivile Opfer bei israelischen Luftangriffen im GazastreifenUngarns Präsident Sulyok besiegelt unter Magyars Druck sein eigenes AmtsendeSerbien: Pride-Karawane in Pirot abgesagt, Journalisten angegriffenKanadische Waldbrände vernebeln US-Städte, Trump droht mit ZöllenUnionsfraktionschef Spahn tritt über Leihmutterschafts-Debatte zurückAfD startet selbstbewusst in den Wahlkampf in Sachsen-AnhaltGroßbritanniens neuer Premier Burnham stoppt das digitale AusweisprojektEU verbietet großen Firmen die Vernichtung unverkaufter KleidungSüdkoreas KI-lastiger Aktienmarkt gibt den Takt vor, Seoul öffnet den WonUkrainischer Drohnenangriff auf Wildberries-Lager tötet acht in RusslandChinas Weltkonferenz für KI zeigt in Shanghai humanoide RoboterEnthüllung: CIA-Agent und der KI-Aufstieg der EmirateHalbleiteraktien schwanken: Apple überholt Nvidia bei KI-Skepsis
← Alle Themen

Erzählfaden · 10 Ereignisse · Prognose-Treffer 2/2

Russland

Symbolbild

Seit dem Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hat der Westen Russland mit umfassenden Sanktionen belegt, während der Kreml seine Wirtschaft auf Kriegsproduktion umgestellt hat: Rund die Hälfte des russischen Staatshaushalts fließt inzwischen in Militär und Sicherheit. Anfang 2026 zeigte die Wirtschaft erste deutliche Bremsspuren, das BIP lag im Januar 2,1 Prozent und im Februar 1,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau, und der IWF senkte seine Wachstumsprognose für 2026 auf lediglich 0,8 Prozent. Die Öleinnahmen brachen im Januar 2026 zeitweise um rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein, bevor ein US-Angriff auf den Iran die Preise trieb und Washington seine Sanktionen gegen die Ölkonzerne Rosneft und Lukoil vorübergehend aussetzte. Um die hohen Militärausgaben zu finanzieren, hob Moskau zum 1. Januar 2026 die Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent an; Analysten sehen die russische Kriegswirtschaft zwar nicht vor dem unmittelbaren Zusammenbruch, aber mit weitgehend erschöpften Wachstumskräften.

20 Minutent-onlineDer Pragmaticus

Verlauf im Detail

Sonntag, 19. Juli 2026Wirtschaft

Ukrainischer Drohnenangriff auf Wildberries-Lager tötet acht in Russland

Ukrainische Drohnen trafen zwei Logistikzentren des russischen Onlinehändlers Wildberries in den Regionen Moskau und Tambow; acht Nachtschichtarbeiter wurden getötet und über 50 verletzt. Kiew bezeichnete die Lager als große Logistikeinrichtungen mit sanktionierten Komponenten. Der Schaden wird auf 50 Milliarden Rubel geschätzt.

In den frühen Morgenstunden des 18. Juli trafen ukrainische Drohnen zwei Wildberries-Logistikzentren in den Regionen Moskau und Tambow; im Werk in Kotowsk wurden laut dem russischen Exilmedium Meduza sieben Nachtschichtarbeiter getötet und 25 verletzt, insgesamt starben acht Menschen und über 50 wurden verletzt. Präsident Selenskyj erklärte, die Angriffe hätten Lager mit Bauteilen für die Drohnenproduktion getroffen; die BBC zitiert ihn mit der Einordnung als große Logistikeinrichtungen für sanktionierte Komponenten. Meduza beziffert den Schaden auf rund 50 Milliarden Rubel und bis zu 15 Prozent der Lagerfläche und weist darauf hin, dass Wildberries und der Rivale Ozon Entschädigungen für Kriegsschäden vertraglich auf die kleinen Händler abwälzen. Die türkische Daily Sabah rückt die getöteten Lagerarbeiter und einen zusätzlichen Brand in einem Öldepot bei Moskau in den Vordergrund. Der Fall zeigt über die Lager hinweg, wie eng ziviler Onlinehandel und militärische Lieferketten in Russland verflochten sind; strittig ist, ob die Lager legitime militärische Ziele waren. Die zivilen Opfer unter den Nachtschichtarbeitern werfen zugleich Fragen nach der Verhältnismäßigkeit auf.

MeduzaBBC NewsDaily Sabah

Sonntag, 19. Juli 2026GeopolitikSelenskyj erwägt nach Protesten die Ablösung von Armeechef Syrskyj

Selenskyj erwägt nach Protesten die Ablösung von Armeechef Syrskyj

Nach der Entlassung des populären Verteidigungsministers Fedorow und tagelangen Straßenprotesten erwägt Präsident Selenskyj laut FT und Meduza die Ablösung des Oberbefehlshabers Syrskyj. Selenskyj kündigte Entscheidungen zur Armeeführung an und trifft sich mit Kommandeuren. Die Regierungskrise alarmiert auch die EU.

Die Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow, dem Architekten der ukrainischen Drohnenstrategie, hat eine Protestwelle ausgelöst, die sich nun gegen Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj richtet, mit dem Fedorow im Amt aneinandergeraten war. Laut Financial Times und dem russischen Exilmedium Meduza wägt Selenskyj ab, Syrskyj als Oberbefehlshaber zu entlassen, und versammelt am Wochenende Militärkommandeure. Die konservative FAZ zitiert Selenskyj mit dem Versprechen, auf die Demonstranten zu hören und bald über die Armeeführung zu entscheiden. Das serbische Blatt Politika hebt die militärische Krise und die Massenproteste hervor, das unabhängige B92 deutet Selenskyjs Auftritt als Einlenken. Die Berliner Zeitung warnt aus EU-Sicht, mit Fedorow verliere Brüssel seinen wichtigsten Partner für Drohnen und Beitrittsgespräche. Über die Lager hinweg gilt der Umbau als Zerreißprobe für Kiews Führung mitten im Krieg, während die Deutung zwischen notwendiger Erneuerung und gefährlicher Selbstschwächung schwankt.

Frankfurter Allgemeine ZeitungMeduzaFinancial TimesPolitikaBerliner Zeitung

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich55%

    Selenskyj setzt den Umbau der Militärführung durch, die Proteste ebben allmählich ab, und die präsidiale Kontrolle über die Armee festigt sich.

  • Schlimmstenfalls25%

    Der Bruch mit Militär und Straße schwächt die erfolgreiche Drohnenstrategie und destabilisiert die Führung inmitten der russischen Offensive.

  • Bestenfalls20%

    Eine neue, breit getragene Militärführung bündelt Beschaffung und Innovation effektiver und verbessert Kiews Lage an der Front.

Sonntag, 19. Juli 2026GeopolitikMassiver russischer Raketenangriff auf Kiew, einen Tag nach ukrainischem Schlag in Russland

Massiver russischer Raketenangriff auf Kiew, einen Tag nach ukrainischem Schlag in Russland

Russland hat Kiew erneut mit ballistischen Raketen angegriffen; mindestens ein Mensch wurde getötet, mehrere verletzt, Brände brachen aus. Der Angriff erfolgte einen Tag nach tödlichen ukrainischen Drohnenschlägen auf russische Logistiklager. Seit Juni trifft Russland die Hauptstadt verstärkt mit schwer abzufangenden Raketen.

In der Nacht schlugen nach ukrainischen Angaben ballistische Raketen in Kiew ein, lösten mehrere Brände aus und forderten Tote und Verletzte. Le Monde ordnet den Angriff als jüngsten in einer Serie ein: Seit Juni werde die Hauptstadt regelmäßig mit schnellen, schwer abzufangenden Raketen beschossen, und der aktuelle Schlag folge unmittelbar auf tödliche ukrainische Drohnenangriffe auf russischem Boden. Das deutsche Handelsblatt betont die Wucht des massiven Angriffs und die Verzweiflung der Bewohner, die nicht zur Ruhe kämen. Chinas Staatsagentur Xinhua meldet knapp „gewaltige Explosionen“ in der ukrainischen Hauptstadt, ohne Schuldzuweisung. Die Berichte der Lager stimmen im Kern überein, dass sich der Krieg in einer Phase gegenseitiger Fernschläge befindet, in der beide Seiten Infrastruktur und Logistik des Gegners ins Visier nehmen. Strittig bleibt allein die Deutung von Verantwortung und Verhältnismäßigkeit.

Le MondeHandelsblattDeutschlandfunk

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich60%

    Die russischen Raketenangriffe und die ukrainischen Gegenschläge auf russische Logistik setzen sich im bekannten Muster fort, ohne dass sich die Frontlinien wesentlich verschieben.

  • Schlimmstenfalls20%

    Die gegenseitigen Fernschläge weiten sich auf kritische Infrastruktur und zivile Ziele aus und treiben Opferzahlen und Eskalation deutlich nach oben.

  • Bestenfalls20%

    Neue westliche Luftabwehrlieferungen und diplomatischer Druck dämpfen die Angriffe auf Kiew spürbar.

Samstag, 18. Juli 2026GeopolitikZweiter Protesttag in der Ukraine, Selenskyj macht General Chmara zum Verteidigungsminister

Zweiter Protesttag in der Ukraine, Selenskyj macht General Chmara zum Verteidigungsminister

In mehreren ukrainischen Städten protestierten die Menschen den zweiten Tag in Folge gegen die Ablösung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Präsident Selenskyj ernannte den General Jewhen Chmara zum kommissarischen Minister, was Kritiker als Verstoß gegen ukrainisches Recht werten. Auch aus der Armee kommt deutlicher Unmut über die Entlassung.

Nach der überraschenden Ablösung Fedorows, der als Architekt der erfolgreichen ukrainischen Drohnenstrategie gilt, gingen von Lwiw bis Charkiw erneut Menschen auf die Straße und forderten seine Rückkehr. Das oppositionelle russische Exilmedium Meduza und Reuters berichten übereinstimmend von Protesten über zwei Tage, die BBC betont den Zorn vieler Soldaten über die Personalie. Le Figaro zeichnet nach, dass der zum Interimsminister ernannte General Chmara nach ukrainischem Recht das Amt eigentlich nicht bekleiden dürfte. Zugleich baute Selenskyj auch den Geheimdienst SBU um und setzte dort einen neuen kommissarischen Chef ein. Kritiker sehen in dem Umbau eine Festigung der präsidialen Kontrolle mitten im Krieg, Unterstützer verweisen auf die Notwendigkeit einer strafferen Beschaffung. Wie sich der Wechsel auf die Kriegführung auswirkt, ist offen.

DeutschlandfunkBBC NewsMeduzaLe FigaroB92

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich55%

    Selenskyj setzt den Umbau durch, Chmara oder ein anderer Vertrauter bleibt im Amt, die Proteste ebben ab, und die Kriegführung läuft weiter.

  • Schlimmstenfalls25%

    Der Streit mit Militär und Straße schwächt die erfolgreiche Drohnenstrategie und die Führung mitten im Krieg.

  • Bestenfalls20%

    Eine neue Führung bündelt Beschaffung und Innovation effektiver und verbessert Kiews militärische Lage.

Freitag, 17. Juli 2026GeopolitikKiew im Aufruhr: Selenskyj entlässt Verteidigungsminister Fedorow und stellt sich hinter die Generäle

Kiew im Aufruhr: Selenskyj entlässt Verteidigungsminister Fedorow und stellt sich hinter die Generäle

Präsident Selenskyj entließ Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow und ernannte den Geheimdienstchef Jewhenij Chmara zum kommissarischen Nachfolger. Auslöser war ein offener Konflikt zwischen dem Ministerium und Armeechef Syrskyj, in dem sich Selenskyj auf die Seite der Generäle schlug. Die Absetzung löste Proteste und einen ungewöhnlich öffentlichen Riss in der Militärführung aus.

Fedorow galt als Reformer, der die Drohnenproduktion massiv ausgeweitet und die Beschaffung gestrafft hatte, wie die russische Exilplattform Meduza schreibt, die ihn als denjenigen beschreibt, der Russland von Starlink abschnitt und die Front mit Drohnen flutete. Politico und die New York Times berichten von Frustration Selenskyjs über den Dauerstreit zwischen Fedorow und Generalstabschef Syrskyj, der nun öffentlich ausgetragen wird, unter anderem aus einer Tiefgarage heraus. Russische und russlandnahe Quellen deuten den Schritt als Schwächung Kiews: TASS zitiert Berichte über einen Riss in der Führung, die serbische Politika schreibt, Selenskyj riskiere mit der Wahl zwischen Fedorows Reformen und Syrskyjs sowjetischer Kriegsführung, den Kriegsverlauf zugunsten Russlands zu kippen. Le Monde und der Figaro betonen, dass Selenskyj sich über die Demonstranten hinwegsetzt, und ordnen den Umbau in eine breitere Regierungsumbildung mit einem neuen Ministerpräsidenten ein. Die taz spricht vom Waschen schmutziger Wäsche mitten im Krieg. Einig sind sich die Lager, dass der Machtkampf zu einem heiklen Zeitpunkt Unsicherheit über die ukrainische Kriegsführung bringt.

MeduzaNew York TimesPolitico EuropeTASSPolitika

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich55%

    Chmara oder ein anderer Selenskyj-Vertrauter führt das Ressort weiter, der Umbau festigt die präsidiale Kontrolle, ohne die Kriegsführung grundlegend zu verändern.

  • Schlimmstenfalls25%

    Der Wechsel schwächt die erfolgreiche Drohnenstrategie, verschärft den Bruch mit dem Militär und beschädigt die Moral an der Front.

  • Bestenfalls20%

    Eine neue Führung bündelt Beschaffung und Innovation effektiver und verbessert Kiews militärische Lage.

Donnerstag, 16. Juli 2026GeopolitikSelenskyj entlässt Verteidigungsminister Fedorow mitten im Krieg

Selenskyj entlässt Verteidigungsminister Fedorow mitten im Krieg

Der ukrainische Präsident hat überraschend Verteidigungsminister Mychailo Fedorow, einen Verfechter des Drohnenkriegs, nach sechs Monaten aus dem Amt gedrängt. Als Nachfolger ist Innenminister Ihor Klymenko im Gespräch. Der Schritt löste Unverständnis und Proteste aus, ein prominenter Freiwilliger nannte ihn einen „fatalen Fehler“.

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einem überraschenden Regierungsumbau Verteidigungsminister Mychailo Fedorow abgesetzt, der als Reformer und treibende Kraft des ukrainischen Drohnen- und Roboterkriegs galt. Die New York Times führt den Rücktritt auf anhaltende Konflikte mit der Generalität und mit Rüstungsunternehmen über die Rolle innovativer Waffen zurück. Politico zitiert einen prominenten Militärfreiwilligen mit den Worten, dies sei „ein fataler Fehler, der uns teuer zu stehen kommt“, und beschreibt Fedorow als populären Reformer. Die russische Exilzeitung Meduza meldet nüchtern, Innenminister Ihor Klymenko solle den Posten übernehmen, und betont die kurze Amtszeit von sechs Monaten. Le Monde hebt hervor, dass der Abgang des sehr populären Ministers mitten in einer ukrainischen Offensive auf der Krim erfolgt und landesweit Unverständnis sowie für Donnerstag angekündigte Solidaritätskundgebungen auslöst. Regierungsnahe Stimmen deuten den Schritt als Konsolidierung von Selenskyjs Kontrolle, Kritiker als Schwächung einer erfolgreichen Rüstungspolitik; eine offizielle Begründung des Präsidenten steht noch aus.

Politico EuropeNew York TimesLe MondeMeduzaDie Zeit

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich55%

    Klymenko oder ein anderer Selenskyj-Vertrauter übernimmt, der Umbau festigt die präsidiale Kontrolle, ohne die Kriegsführung grundlegend zu verändern.

  • Schlimmstenfalls20%

    Der Wechsel schwächt die erfolgreiche Drohnenstrategie, verschärft Spannungen mit dem Militär und beschädigt die Moral an der Front.

  • Bestenfalls25%

    Ein neuer Minister bündelt Beschaffung und Innovation effektiver und verbessert Kiews militärische Lage.

Donnerstag, 16. Juli 2026GeopolitikRussische Raketen treffen Kiew, Brände in der Hauptstadt

Russische Raketen treffen Kiew, Brände in der Hauptstadt

Russland hat Kiew erneut mit ballistischen Raketen beschossen; in der Stadt waren während des Alarms Explosionen zu hören, Bürgermeister Klitschko meldete mehrere Brände. Die Angriffe folgten kurz nach der Unterzeichnung eines Drohnen-Abkommens zwischen der EU und der Ukraine. Russland warf Kiew zugleich die Tötung eines Akw-Chefingenieurs vor.

In der Nacht schlugen erneut russische ballistische Raketen in Kiew ein; die Nachrichtenagentur AFP berichtete von Explosionen während eines Raketenalarms, Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, die Rettungsdienste bekämpften Brände in der Hauptstadt. Al Jazeera stellt den Beschuss in den Zusammenhang mit einem frisch unterzeichneten Drohnen-Abkommen zwischen EU und Ukraine, das die ukrainische Rüstungsproduktion stärken soll. Die FAZ verweist zusätzlich auf erneute Tote nach russischen Angriffen in Saporischschja und auf den russischen Vorwurf, die Ukraine habe den Chefingenieur eines Atomkraftwerks getötet; Kiew äußerte sich dazu zurückhaltend, unabhängig bestätigt ist der Vorwurf nicht. Die westlichen und ukrainischen Darstellungen betonen den fortgesetzten russischen Terror gegen zivile Infrastruktur, während Moskau seine Angriffe als Reaktion auf ukrainische Schläge rahmt. Der Beschuss unterstreicht, dass der Zermürbungskrieg trotz diplomatischer Bewegung in Europa unvermindert weitergeht.

Al JazeeraFAZAFP

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich60%

    Russland setzt die Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Städte fort, während EU-Rüstungshilfe und Drohnenkooperation die ukrainische Abwehr allmählich stärken.

  • Schlimmstenfalls20%

    Die Angriffe treffen kritische Energie- oder Nuklearinfrastruktur so schwer, dass es zu einer humanitären oder nuklearen Notlage kommt.

  • Bestenfalls20%

    Ausgebaute Luftabwehr und westliche Lieferungen senken die Wirksamkeit der Angriffe und verschaffen Kiew Spielraum für Verhandlungen.

Mittwoch, 15. Juli 2026GeopolitikKiew baut die Regierung um, Russland trifft Frachter im Schwarzen Meer

Kiew baut die Regierung um, Russland trifft Frachter im Schwarzen Meer

Die Ukraine hat den Rücktritt von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko angenommen, Teil eines von Präsident Selenskyj angestoßenen Führungsumbaus; auch der Chef des Rüstungskonzerns Ukroboronprom trat nach einem tödlichen russischen Angriff zurück. Zugleich beschossen russische Kräfte zwei weitere Handelsschiffe vor Odessa, ein Kapitän wurde getötet.

Nach nur einem Jahr im Amt trat Swyrydenko auf Bitten Selenskyjs zurück; ein Angebot, Botschafterin in Washington zu werden, lehnte sie laut Ukrainska Pravda schroff ab („Geh zur Hölle“), wie das unabhängige russische Meduza meldet. Herman Smetanin gab die Führung von Ukroboronprom ab, nachdem ein russischer Schlag auf ein Lager nahe Kiew neun Menschen getötet hatte. Über diese Personalien berichten das regierungsnahe türkische Daily Sabah und Meduza weitgehend übereinstimmend. Bei der militärischen Lage betonen die Lager Unterschiedliches: Die konservative Welt und das Wall Street Journal heben ukrainische Erfolge hervor, gezielte Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien, die Moskau „große Probleme“ bereiteten, und eine Seedrohne, die ein russisches Schiff nahe einem mutmaßlich Putin zugeordneten Anwesen versenkte. Meduza dokumentiert die russische Gegenseite: den Beschuss zweier Frachter unter tansanischer und liberianischer Flagge im Schwarzmeer-Korridor mit einem getöteten Kapitän und drei Verletzten. Fakt ist über die Lager hinweg, dass der Krieg zugleich an der Front, in der Luft und zur See weitertobt und der Kiewer Führungsumbau mitten in diese Belastung fällt.

Die WeltWall Street JournalDaily SabahMeduza

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich60%

    Der Führungsumbau festigt Selenskyjs Kontrolle, der Abnutzungskrieg zu Lande, Luft und See setzt sich ohne territoriale Verschiebung fort.

  • Schlimmstenfalls15%

    Die Angriffe im Schwarzmeer-Korridor eskalieren und ziehen zivile Schifffahrt und Anrainer in den Krieg hinein.

  • Bestenfalls25%

    Ukrainische Schläge auf Russlands Energieinfrastruktur und der Regierungsumbau verbessern Kiews Position und öffnen ein Fenster für Verhandlungen.

Mittwoch, 15. Juli 2026GeopolitikNach Grahams Tod: US-Senat treibt scharfes Russland-Sanktionsgesetz voran

Nach Grahams Tod: US-Senat treibt scharfes Russland-Sanktionsgesetz voran

Der US-Senat bringt ein von dem verstorbenen Senator Lindsey Graham mitverfasstes Sanktionsgesetz gegen Russland voran, das dem Präsidenten Zölle von bis zu 100 Prozent auf Käufer russischen Öls und Gases erlaubt. Grahams Schwester Darline Graham Nordone rückt derweil in seinen Senatssitz nach; Trump, früher gegen harte Sanktionen, zeigt sich nun offen.

Das parteiübergreifend getragene Gesetz war Grahams außenpolitisches Vermächtnis; nach seinem Tod hoffen Unterstützer beider Parteien, es „ihm zu Ehren“ zu verabschieden, wie die New York Times berichtet. Die konservative Welt, die den Entwurf nach eigenen Angaben einsehen konnte, hebt den „mächtigen Mechanismus“ hervor und zitiert Dankbarkeit für Trumps Unterstützung. Das russische Exilmedium Meduza verweist dagegen auf eine WSJ-Analyse, wonach das „Sanktions“-Gesetz in Wahrheit ein Zollgesetz sei: Es ermächtige den Präsidenten zu Strafzöllen von bis zu 100 Prozent gegen die größten Abnehmer russischen Öls und Gases, allen voran China und Indien; manche Demokraten fürchteten, damit Trump eher eine Handelswaffe als einen Schlag gegen Moskau in die Hand zu geben. Das Handelsblatt schildert den Entwurf nüchtern als Zeichen, dass beide Parteien den Druck auf Russland erhöhen wollen und Trump seinen Widerstand aufgegeben hat. Der serbische Sender B92 rückt eine Nebenfront in den Blick: Trump wies Verschwörungstheorien über Grahams Tod zurück und meinte, das FBI „verschwende seine Zeit“. Umstritten bleibt damit weniger das Ob als das Wozu, ein Instrument gegen Moskau oder ein Zollhebel gegen Peking und Neu-Delhi.

Die WeltNew York TimesMeduzaHandelsblattB92

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich55%

    Das Gesetz gewinnt im Gedenken an Graham an Rückhalt und wird in abgeschwächter Form verabschiedet, sein Zoll-Mechanismus bleibt aber eine Drohkulisse.

  • Schlimmstenfalls20%

    Der Präsident nutzt die 100-Prozent-Zölle vor allem als Handelswaffe gegen China und Indien und entfacht einen breiteren Handelskrieg.

  • Bestenfalls25%

    Das Gesetz erhöht gezielt den Druck auf Moskau und stärkt Kiews Verhandlungsposition, ohne Drittstaaten in einen Zollkrieg zu ziehen.

Montag, 13. Juli 2026GeopolitikRussland greift Kiew und weitere Städte erneut mit Raketen an

Russland greift Kiew und weitere Städte erneut mit Raketen an

Russische Truppen haben Kiew und andere ukrainische Städte in der Nacht mit einer Serie von Raketenangriffen überzogen. Behörden meldeten Brände in mehreren Stadtteilen, Moskau spricht von Angriffen auf Rüstungsfabriken. Parallel wirft der Kreml Kiew eine "beispiellose" Kampagne gegen zivile Schiffe im Asowschen Meer vor.

Die Süddeutsche Zeitung meldet Brände in mehreren Kiewer Stadtteilen, darunter eine brennende Lagerhalle; über Opfer lag zunächst nichts vor. Das russische Verteidigungsministerium erklärte laut Politika (staatsnah), man habe gezielt Militärfabriken in Kiew getroffen. Moskau meldet zudem, zwei Matrosen seien bei ukrainischen Angriffen auf Schiffe im Asowschen Meer getötet worden, und spricht von einer "beispiellosen" ukrainischen Kampagne gegen zivile Schiffe. Die Welt beleuchtet parallel den Einsatz zunehmend autonomer russischer KI-Drohnen, die eigenständig Ziele erkennen. Die Darstellungen der Kriegsparteien stehen sich unversöhnlich gegenüber: westliche/ukrainische Quellen betonen den Beschuss von Wohngebieten, russische die Zerstörung von Rüstungszielen und eigene zivile Opfer.

Süddeutsche ZeitungPolitikaDie Welt

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich65%

    Die russischen Luftangriffe und ukrainischen Gegenschläge setzen sich im bekannten Muster fort, ohne territoriale Verschiebung an der Front.

  • Schlimmstenfalls15%

    Die Eskalation im Asowschen Meer und der Drohnenkrieg weiten sich aus und ziehen zivile Schifffahrt und Nachbarstaaten stärker hinein.

  • Bestenfalls20%

    Der westliche Druck aus Paris und neue Luftabwehrlieferungen dämpfen die russischen Angriffe spürbar.