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Erzählfaden · 2 Ereignisse

Trump Media

Symbolbild

Nach der Sperrung von Donald Trumps Twitter-Konto infolge des Sturms auf das Kapitol gründete sein Umfeld die Plattform Truth Social als eigenes soziales Netzwerk. Am 26. März 2024 ging die Muttergesellschaft Trump Media & Technology Group durch die Fusion mit dem Börsenmantel Digital World Acquisition Corp (DWAC), einer sogenannten SPAC, an die Technologiebörse Nasdaq und wird seither unter dem Kürzel DJT gehandelt. Trump hält einen Mehrheitsanteil an dem Unternehmen, was Ethikexperten wiederholt als Interessenkonflikt kritisieren, da er als Präsident Aufsicht über Behörden wie die Börsenaufsicht SEC hat, die das Unternehmen regulieren. Die Debatte verschärfte sich zuletzt durch eine geplante milliardenschwere Fusion mit einem Kernfusionsunternehmen.

Wikipedia: Trump Media & Technology GroupCNN Business

Verlauf im Detail

Samstag, 18. Juli 2026Wirtschaft

Trump Media plant 100.000-Dollar-Gebühr für Vorabzugriff auf Trump-Posts

Trumps Medienunternehmen erwägt, für einen sekundenschnellen Zugriff auf die Truth-Social-Beiträge des Präsidenten eine Gebühr von bis zu 100.000 Dollar im Monat zu verlangen. Börsenhändler könnten sich so einen Zeitvorteil bei marktbewegenden Nachrichten erkaufen. Demokraten und Ethik-Experten kritisieren das Vorhaben scharf.

Nach Berichten der FT hat die Firma der Familie Trump für den Hochgeschwindigkeitszugang zu Truth Social eine sechsstellige Summe genannt, Bloomberg beschreibt, wie an der Wall Street bereits Werbe-E-Mails kursierten und Händler sich auf die Kosten einstellen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die scharfe Kritik von Demokraten und Ethik-Experten, die einen bevorzugten Zugang zu kursbewegenden Präsidenten-Posts für hochproblematisch halten. Al Jazeera verweist darauf, dass Trump wiederholt vorgeworfen wurde, staatlichen Einfluss zu unlauterem finanziellem Vorteil zu nutzen. Verteidiger können darauf verweisen, dass börsenrelevante Informationen ohnehin über schnelle Datendienste gehandelt werden. Der Kern des Streits ist, ob hier öffentliche Amtsäußerungen kommerzialisiert und Interessenkonflikte institutionalisiert werden.

Financial TimesSüddeutsche ZeitungAl JazeeraBloomberg

Freitag, 17. Juli 2026WirtschaftTrump Media verkauft schnellen Zugriff auf Truth-Social-Beiträge

Trump Media verkauft schnellen Zugriff auf Truth-Social-Beiträge

Trumps Medienkonzern kündigte einen kostenpflichtigen Datendienst an, der Wall-Street-Firmen Beiträge von Truth Social um Millisekunden früher liefern soll. Betroffen sein könnten auch marktbewegende Posts des Präsidenten selbst. Kritiker sprechen von dreister Korruption.

Nach Berichten der New York Times und der Financial Times will die Trump Media & Technology Group mit einem Produkt namens Truth API Handelsfirmen den schnellsten Zugang zu Beiträgen verschaffen, was ihnen bei kursrelevanten Nachrichten einen Vorsprung von Millisekunden verschafft. Der Guardian und Die Welt zitieren Kritiker, die von dreister Korruption sprechen, weil auch Posts des Präsidenten mit Folgen für Finanzmärkte oder die nationale Sicherheit betroffen sein könnten. Die BBC und die türkische Daily Sabah schildern das Angebot als bezahlten, lizenzierten Datenstrom für Banken und Händler. Der Kern der Debatte ist ein Interessenkonflikt: Trump hält einen Mehrheitsanteil an dem börsennotierten Unternehmen und würde von dem Geschäft profitieren, während er als Präsident Aufsicht über regulierende Behörden ausübt. Eine ausführliche Verteidigung des Konzerns findet sich in den Quellen kaum.

New York TimesThe GuardianDie WeltFinancial TimesBBC News

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich60%

    Der Dienst startet trotz Kritik, die Debatte um Interessenkonflikte hält an, ohne dass rechtliche Schritte ihn stoppen.

  • Schlimmstenfalls20%

    Neue Enthüllungen oder ein Marktskandal um bevorzugten Zugang lösen Ermittlungen und eine ernste Krise für Trump Media aus.

  • Bestenfalls20%

    Öffentlicher Druck oder Aufsichtsbehörden stoppen oder entschärfen das Angebot, bevor es Schaden anrichtet.